5. Kongress des Europäischen Netzwerks von Psychiatriebetroffenen (ENUSP)
(Ein gemeinsamer Kongress von ENUSP und dem Weltverband von Psychiatriebetroffenen – WNUSP):

"Vernetzung unserer Arbeit für Menschenrechte und Menschenwürde". 17. – 21. Juli 2004 in Vejle (Dänemark), Idrætshøjskole (College of Sports)
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Pressemitteilung

Vejle, Dänemark - 20. Juli 2004

In dieser Woche fand in der dänischen Kleinstadt Vejle im südlichen Jütland unter dem Thema "Vernetzung unserer Arbeit für Menschenrechte und Menschenwürde" die erste gemeinsame Konferenz des Weltverbands von Psychiatriebetroffenen (WNUSP) und des Europäischen Netzwerks von Psychiatriebetroffenen (ENUSP) statt. Vom 17. - 21. Juli 2004 tagten im Vejle College of Sports ungefähr 200 Psychiatriebetroffene aus 50 Ländern rund um die Erde [1].

Als internationale Organisation von Psychiatriebetroffenen arbeitet WNUSP an der Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit psychiatrischen Problemen. Angestrebt werden alternative Formen der Wiederherstellung von Gesundheit und Wohlbefinden, der Kampf gegen Missbrauch im psychosozialen Bereich und die Unterstützung eines Reformdialogs zwischen psychiatrisch Tätigen und Betroffenen.

ENUSP, das 1991 gegründete europäische Netzwerk, ist eine nichtstaatliche und gemeinnützige Organisation und hat mittlerweile nationale und unabhängige Organisationen aus fast allen europäischen Ländern als Mitglieder. Ziel von ENUSP ist die Verbesserung der Rechte und Lebensbedingungen von Psychiatriebetroffenen. Das Netzwerk beschäftigt sich mit der Qualität psychiatrischer Behandlung, Alternativen zur Psychiatrie, sozialen Belangen, dem Recht auf Wohnraum, Arbeit und Einkommen und dem Kampf gegen Diskriminierung insbesondere in rechtlichen Angelegenheiten. ENUSP berät die Europäische Kommission und die Weltgesundheitsorganisation und versucht, auf europäischer Ebene Einfluss auf Entscheidungen zur Psychiatrie auszuüben. Ein besonderes Augenmerk richtet das Netzwerk auf die besondere Benachteiligung von Minderheiten.

Da im Netzwerk sowohl für Organisationen Platz ist, die sich eher reformpsychiatrisch verstehen, als auch für solche, die eher antipsychiatrisch ausgerichtet sind, ist es ein Modell für Toleranz und Demokratie. Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE) e.V. ist aktives Mitglied von ENUSP. ENUSP wird derzeit weder von europäischer noch von staatlicher Seite gefördert und benötigt dringend finanzielle Unterstützung. Bankverbindung: ABN AMRO Bank (Postanschrift: Neude, Postbus 30, NL-3500 AA Utrecht), International Bank Account Number (IBAN): NL54 ABNA 0534 5570 82, Bank Identifier Code (BIC): ABNANL2A, Kontoinhaber: ENUSP.

An diesem Wochenende bekräftigten WNUSP und ENUSP ihr Bestreben, das Verbot von Zwangsbehandlung und die rechtliche Gleichstellung von Psychiatriebetroffenen und psychosozial Behinderten in der anstehenden Konvention der Vereinten Nationen zum Schutz der Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen zu verankern.

Die KonferenzteilnehmerInnen zeigten sich erfreut über die Bildung neuer Netzwerke in Afrika und Lateinamerika; ENUSP konnte eine verstärkte Einbeziehung von Betroffenenorganisationen aus dem osteuropäischen Raum, gefördert durch die finanzielle Unterstützung von Hamlet Trust, und der Mittelmeerregion melden.

Auf seiner Website www.enusp.org informiert ENUSP umfangreich in Bild, Wort und Ton über die erfolgreiche Konferenz.

Im Namen von ENUSP
Peter Lehmann, ENUSP-Sekretär


[1] Anwesend waren TeilnehmerInnen aus Äthiopien, Argentinien, Australien, China, Costa Rica, Dänemark, Deutschland, Elfenbeinküste, England, Finnland, Frankreich, Ghana, Griechenland, Guinea, Indien, Irland, Island, Israel, Japan, Kanada, Kenia, Litauen, Malta, Moldawien, Nepal, Neuseeland, Niederlande, Nigeria, Nordirland, Norwegen, Österreich, Pakistan, Philippinen, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Sambia, Schweden, Schweiz, Serbien & Montenegro, Slowakei, Slowenien, Südafrika, Tansania, Tschechische Republik, Uganda, Ungarn, USA und Wales.