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Europäisches Netzwerk von Psychiatriebetroffenen
(ENUSP)
Das 1991 von 39 Delegierten aus 16 europäischen Ländern
gegründete internationale Netzwerk von Psychiatriebetroffenen
hat mittlerweile deren nationale und unabhängige Organisationen
aus fast allen europäischen Ländern integriert.
Ziel ist die Verbesserung deren Rechte und Lebensbedingungen.
Das Netzwerk beschäftigt sich mit den sozialen Belangen,
dem Recht auf Wohnraum, Arbeit und Einkommen, der Forderung
nach Menschenrechten unabhängig von psychiatrischen
Diagnosen sowie der Qualität psychiatrischer Behandlung
und Alternativen zur Psychiatrie. Das Europäische Netzwerk
ist eine nichtstaatliche und gemeinnützige Organisation.
Sie berät die Europäische Kommission sowie die
Weltgesundheitsorganisation.
Die Aufgaben des Netzwerks sind es, die rechtliche Position
von Nutzern und Nutzerinnen psychiatrischer
Einrichtungen zu stärken; Informationen über die
Wirkungsweise und Auswirkungen psychiatrischer Psychopharmaka
und Schockbehandlungen zu sammeln und zu veröffentlichen;
auf europäischer Ebene Einfluss auf Entscheidungen
zur Psychiatrie auszuüben; die Durchsetzung des Psychiatrischen
Testaments, d.h. rechtswirksamer Vorausverfügungen
für den Fall der Psychiatrisierung, zu fördern;
nicht-psychiatrisch/medizinische Alternativen zur Psychiatrie
zu entwickeln und das Recht auf psychopharmakafreie Hilfe
durchzusetzen. Ein besonderes Augenmerk richtet das Netzwerk
auf illegale Anstaltsunterbringungen und die besondere Benachteiligung
von Minderheiten. Da im Netzwerk sowohl für Organisationen
Platz ist, die sich eher reformpsychiatrisch verstehen,
als auch für solche, die eher antipsychiatrisch ausgerichtet
sind, ist es ein Modell für Toleranz und Demokratie.
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| ENUSP-Mitglieder bei einer Demonstration
in der Innenstand von Osto (August 1999). von
links: Tormod Bakke (Oslo), Arnet Johansen (Lillehammer
/ Norwegen), Virpi Vesterinen (Turku / Finnand),
Paul Fijn (Deventer / Niederlande) und Maths
Jesperson (Lund / Schweden). Photo: Kerstin
Kempker (Berlin). Der Text auf Tormod Bakkes
und Arnet Johansens Schild lautet: »Es
ist erlaubt, verschieden zu sein.« |
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